Frankfurter Hauptfriedhof:
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Tüllmann, Abisag (07.10.1935 - 24.09.1996)  Fotografin

Gewann F 1763

 

Frau Abisag Tüllmann war eine bedeutende Fotografin, die von ihren Freunden und Kollegen respektvoll als "Die Fotogräfin" (mit "ä") bezeichnet wurde. Ihre Fotos sind heute noch auf zahlreichen Ausstellungen in der Welt zu bestaunen. Abisag Tüllmann war mit vielen Kulturschaffenden und bedeutenden Künstlern befreundet. Sie arbeitete mit Kortner und Minetti, sie interpretierte Beuys und fotografierte viele Jahre für Claus Peymann...
Zu ihren Freunden zählten Jeanne-Claude und Christo.

Das Foto rechts zeigt "Die Fotogräfin" im Jahre 1963. Ein Selbstporträt vor dem Spiegel mit dem Titel "Ich mit kurzen Haaren".
Vielen Dank an Herrn Hanns-Peter Frentz, b p k - Berlin,  Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte, für die freundliche Bereitstellung des Fotos für diese Internetseite.

Klick vergrößert

Copyright: bpk/Abisag Tüllmann

Geboren wurde Abisag Tüllmann am 07. Oktober 1935 in Hagen / Westfalen mit bürgerlichenm Namen Ursula Eva Tüllmann. In Wuppertal wuchs sie auf, machte eine Schreinerlehre und arbeitete für einen
Grabstätte Architekten, bevor sie ihre ersten Kenntnisse über Fotografie in Studios der Mode- und Werbefotografie erwarb.
Sie hatte auch großes journalistisches Interesse an Israel.
Dort hat sie unzählige Reportagen über vielfältige Themen an Krisenzentren durchgeführt.
Seit 1960 ist sie freiberufliche Bildjournalistin für viele namhafte Drucklegungen, wie "Der Spiegel", "Die Zeit" "Magnum", "Publik". Frau Tüllmann wurde zu einer der bedeutenden Frauen der Branche, deren Fotos immer mehr Anerkennung fanden. Sie zog in die Stadt Frankfurt am Main, die später zu einem Hauptmotiv ihres Lebenswerks wurde.
Die Bildermacherin wurde von Freunden als sehr kluge und sanftmütige Frau beschrieben, die über eine ungeheure Energie und viel feinen Humor verfügte.
"Die meisten Bilder entwickelte und bearbeitete sie in ihrer Wohnung in der Oberlindau im Frankfurter Westend selbst. Ihre Perfektionismus entschuldigte nicht das kleinste Stäubchen auf dem Bild, nicht den Hauch der geringsten Fehlbelichtung. So war sie war fast jeden Tag bis 2 oder 3 Uhr früh in der Dunkelkammer und ist dann oft zum Hauptbahnhof gefahren, um die frischen Bilder in den Postzug zu geben..."
berichtet ein guter Freund.

Am Puls der Zeit sind ihre Bücher und Filme, die oft die Situation der Frau herausarbeiteten.
1964 wurde sie Theaterfotografin in Stuttgart, Bochum und Wien, an der Berliner Schaubühne, an der Brüsseler Oper und bei den Salzburger Festspielen. Um 1970 begann ihre Tätigkeit als Fotografie-Dozentin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin und an Hochschulen in Kassel, Mainz, Frankfurt am Main und Hamburg.
Geehrt wurde Abisag Tüllmann 1993 mit dem Reinhold-Kurth-Kunstpreis und 1995 Sibylla-Merian-Förderpreis des hessischen Ministeriums für Kunst.
Am 24. September 1996 starb sie in Frankfurt am Main und hinterließ der Nachwelt ein reichhaltiges Lebenswerk. - Fotografien finden sie im Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz.
 

Foto rechts

Abisag Tüllmann (1935-1996)

ist von Erika Sulzer-Kleinemeier und zeigt die Fotogräfin Abisag Tüllmann, schon von Krankheit gezeichnet, in einer Galerie in Frankfurt.
Quelle: Rückseite einer Einladung zu einer Ausstellungseröffnung in der Galerie "Klonk Tatort", Frankfurt am Main, 1996 mit dem Thema "Abisag Tüllmann, Photographie".

Werkschau - Bildreportagen und Theaterfotografie
Anläßlich des 75. Geburtstages von Abisag Tüllmann, geboren am 7. Oktober 1935, zeigt das
Historische Museum in Frankfurt am Main die erste große posthume Werkschau der Fotofrafin.
Grandioser Auftakt zu ihrem vielseitigen Bildschaffen war 1963 das berühmte Fotobuch „Großstadt" – eine künstlerische Hommage an die Stadt Frankfurt.
Termin: 25.11.2010 - 30.03.2011
Als Ankündigung war die Bildreportage in der Jahresausgabe AURA 2009/2010 - PDF-Datei ca. 4 MBJahresausgabe "AURA" 2009/2010 - des Historischen Museums in Frankfurt am Main nachzulesen.


Der Ausstellungsflyer zum Download (PDF) pdf

"Zwischen Stillstand und Bewegung. Abisag Tüllmanns Arbeiten für den Film",
ein eintägiges Filmprogramm zur Ausstellung zum Download (PDF)
pdf

TV-Reportage, ARD 24.11.2010, von Alex Jakubowski - HR Frankfurt - (MP4) kamera

Wo finde ich ein Foto der Person Abisag Tüllmann? Hier im "Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz".
Das Bild Nr. 20011930 im Berliner Bildarchiv "b p k" zeigt Frau Tüllmann im Alter von 23 Jahren.
Das Bild Nr. 20008840 im Berliner Bildarchiv "b p k" zeigt Frau Tüllmann mit Kamera als Selbstporträt.
Wichtig:
Bei "SUCHEN" die Nr. 20011930 oder 20008840 eintragen.

Presseartikel zum Tode von Abisag Tüllmann
In Wikipedia ist auch ein Artikel über Abisag Tüllmann, der hier eingesehen und ergänzt werden kann.
Einschätzung zur künstlerischen Arbeit von Abisag Tüllmann > www.reinhard-doehl.de/tuellmann.htm