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Pneumatische Heilanstalt |
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Der Kniestock wird vom Maschinisten bewohnt und ist das Zimmer über den
Glocken für das einfallende Oberlicht reserviert; am Abend werden die
beiden Cabinette ebenfalls von oben, aus demselben Raum, durch Gaslicht erleuchtet. Der Apparat bildet ein aus starkem Eisenblech construirtes rundes Gemach von 2 m Durchmesser und 2 1/2 m Höhe, in welchem bequem 3 Personen Platz finden. Das Oberlicht gibt hinreichende Beleuchtung, ein Fenster an der Seite dient zur Beobachtung der Kranken und ein an die Kammer angeschraubter Kasten mit doppeltem luftdichten Verschluss vermittelt den Verkehr nach Aussen, ermöglicht z. B. das Hineinreichen von Erfrischungen, Zeitungen etc. |
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Ausserdem befindet sich ein Krahnen in der
unteren Hälfte der Glocke, an welchem ein Gummischlauch mit einer
Waldenburgischen Maske befestigt ist, um dadurch den Patienten, welchen das Ausathmen in verdünnter Luft verordnet ist, dieses zu ermöglichen. Für Erwärmung und Abkühlung der Luft nach Bedürfniss ist Sorge getragen. Bevor die Luft in den Apparat eintritt, durchströmt sie eine dichte Baumwollenschicht, wodurch etwaige Unreinigkeiten, wie kleine Staubtheile, zurückgehalten werden, so dass die Luft nur in vollkommen reinem Zustande eintreten kann. Ein Manometer zeigt die Höhe des Luftdruckes an und ein Sicherheitsventil verhindert denselben, über das gewünschte Maass hinauszugehen. |
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| Beispiel einer Pneumatischen Glocke | |
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Eine Locomobile setzt eine doppelt wirkende Luftpumpe in Bewegung,
welche ein vollkommen ausreichendes Quantum Luft dem Patienten liefert.
Die rationelle Wirkung dieser Methode erhellt aus der Thatsache, dass
man in die Luftröhre und ihre Verzweigungen, wie auch in jedes einzelne
Lungenbläschen direct nur durch Luft ankommen kann. Durch das Einathmen
der verdichteten Luft unter dem Drucke einer halben Atmosphäre führen
wir den Lungen nicht nur eine grössere Menge von Sauerstoff zu, sondern
contrahiren zugleich dadurch die erweiterten Blutgefässe auf der
Schleimhaut. Am besten beweisen es die guten Erfolge bei einer Reihe von Respirationskrankheiten, welche man durch diese Behandlungsweise erzielt. Ausser den acuten und chronischen Catarrhen sind das Emphysem, der Keuchhusten und besonders die pleuritischen Exsudate die haupsächlichsten Behandlungsobjecte dieser Methode, ebenso sind bei der Anaemie durch die grössere Zufuhr sauerstoffhaltiger Luft und durch den angeregteren Stoffwechsel vielfach günstige Ergebnisse erzielt worden. Die Zahl der in der Anstalt behandelten Kranken belief sich bis zum 1. Mai 1881 auf 602 |
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Unterdruckkammern waren in der Anfangsphase immer einsitzig. Der
technische Fortschritt machte es jedoch bald möglich, daß mehrere, bis
sechs Personen in einer Glocke Platz nehmen konnten. Der Erfolg und die Vorteile der pneumatischen Heilung sprach sich schnell herum und noch heute wird diese medizinische Technik praktiziert. Die Anlage von Dr. med. Eduard Friedrich von Pander hatte 30 Jahre Bestand. |
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Eine Liste mit allen Ärzten und Adressen, die diese Technik einsetzen - von der Arbeitsgemeinschaft für Klimakammer-Therapie - können Sie hier einsehen. |
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