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Familie Bansa
Der Begründer des Frankfurter Zweigs der Familie Bansa ist der Apotheker
Matthias Bansa (5),
der aus Westfalen stammte und 1639 Frankfurter Bürger wurde.
Die Bansas waren zunächst meist als Kaufleute in Frankfurt am Main
tätig, seit dem Beginn
des 18. Jahrhunderts entwickelten sie sich zu einer bedeutenden
Bankiersfamilie, deren
Angehörige viele öffentliche Ämter in Frankfurt am Main bekleideten.
Herausragende Vertreter der Familie Bansa in Frankfurt am Main:
1. Bansa, Maria Cleophea, geb. Schmid. Schriftstellerin.
24.08.1793 Frankfurt am Main,
24.12.1875 Frankfurt am Main,
verheiratet mit dem Kaufmann August Christian Bansa (1792-1855).
Ihre brillanten Briefe wurden von Otto Bansa unter dem Titel
"Ein Lebensbild in Briefen aus der Biedermeierzeit" 1923 veröffentlicht.
2. Bansa, Conrad Adolf. Bankier. Senator.
02.
10. 1788 Frankfurt am Main,
26.09.1843 Frankfurt am Main,
Sohn von Johann Matthias Bansa (1758-1802) und Marie Sophie Bansa, geb.
Streiber (6).
Bekleidete zahlreiche öffentliche und städtische Ämter.
Maßgeblich an der Vorbereitung des Eintritts Frankfurts in den
preußischen Zollverein
beteiligt. Als Frankfurter Deputierter nahm er an der 1. Deutschen
Zollkonferenz
in München und am Münzkongreß in Dresden teil.
3. Bansa , Johann Conrad. Bankier.
18.10.1721, Frankfurt am Main,
01.
04.1800 Frankfurt am Main,
Sohn von Johann Matthias Bansa (4) und Maria Jacobea Bansa, geb. Bayn
(1687-1744).
Bekleidete zahlreiche öffentliche Ämter (Senior der Bürgerschaft,
Direktor des Bürgerkollegiums der 51er u.a.).
Mitbegründer des Frankfurter Brückenkollegiums.
4. Bansa, Johann Matthias. Bankier.
13.06.1686 Frankfurt am Main,
09.10.1766 Frankfurt am Main
Sohn von Johann Matthias Bansa (1652-1693) und Anna Catharina Bansa,
geb. Heimann (1656-1689).
1742 Ratsherr. 1753 Jüngerer Bürgermeister. 1760 Schöffe.
Senior der Frankfurter Niederländischen Gemeinde. Gründete um 1750 die
Frankfurter Leibrentenlotterie.
5. Bansa, Matthias. Apotheker und Kaufmann.
08.05.1612 Hausbergen/Stift Minden,
27.4.1674 Frankfurt am Main
Seit 1639 durch Heirat mit Barbara Meinertshagen, geb. Wilhelms
(1616-1655), Frankfurter Bürger.
Seit 1641 Pächter der Frankfurter Apotheke "Zum Goldenen Kopf", doch
mußte er diese 1658 an den
Sohn des Besitzers abgeben. Seitdem bemühte er sich beim Rat um die
Erlaubnis, in Sachsenhausen
eine Apotheke eröffnen zu dürfen, und machte dem Rat das Geschenk eines
kostbaren Einhornbechers,
um die Entscheidung günstig zu beeinflussen. Doch wurde ihm die
Erlaubnis nicht erteilt.
Daraufhin eröffnete Bansa 1659 im Haus zum "Mohrenkopf" eine Gewürz- und
Spezereienhandlung,
in der er im beschränkten Maße auch Medizin (u.a. den Frankfurter
Theriak) herstellte.
Er bemühte sich aber weiterhin um die Apothekenzulassung. Bansa hatte
zahlreiche städtische Amter inne.
Ehrenämter: Bürgerkapitän im 2. Quartier der Stadt Frankfurt am Main und
bürgerlicher Mitpfleger
des Heiliggeisthospitals. Sein Sohn Johann Matthias B. (1652-1693)
bemühte sich nach dem Tode
seines Vaters weiterhin um eine Apothekenzulassung beim Rat.
Eine entsprechende Konzession erging jedoch erst 1732, als die B.s
längst Bankiers geworden (vgl. 4)
und an einer Apothekenzulassung nicht mehr interessiert waren.
6. Bansa, Marie Sophie, geb. Streiber.
27.08.1762 Eisenach,
03.07.1842 Frankfurt am Main
Ehefrau von Johann Matthias Bansa (1758-1802). Wegen ihres literarischen
Interesses und ihrer
schöngeistigen Natur in der Frankfurter Gesellschaft geschätzt.
Befreundet mit Frau Rat Goethe, die ihr das Goethesche Puppentheater
schenkte, sowie mit den
Familien Brentano und Willemer sowie mit dem Maler Johann
Georg Schütz (1718-1791).
Anmerkung:
Ihre Mutter Marie Sophie Streiber geb. Schmidt
(1731-1799) erwiderte die Liebe ihres Vetters Klopstock nicht -
Ode an Fanny
Quelle:
Sinngemäß entnommen aus „ Frankfurter Biographie“ – Verlag W. Kramer
08.09.2010: Vielen Dank an Harald Reiß (Allgäu) für Berichtigung zu 6.
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