Grabstätte Bansa-Streiber Gewann D 204
 Zum Gewann XIV (römisch 14)  
Grabstätte Basa Grabstätte Basa Grabstätte Basa
Die Grabstätte mit den 3 Kreuzen befindet sich in der südwestlichsten Ecke des Hauptfriedhofes.
Das linke Kreuz ist abgebrochen. Auf der grauen Tafel an der Mauer ist zu lesen:
SOPHIA BANSA UND DEREN NACHKOMMEN

Inschrift des linken Kreuzes
 
Inschrift des mittleren Kreuzes
 
Inschrift des rechten Kreuzes
 
MARIA MAGDALENE BANSA-STREIBER

gestorben 1872
(andere Daten nicht mehr lesbar)
CONRAD ADOLPF BANSA-STREIBER
SCHÖFF UND SENATOR
GEB. 2. OCTOBER 1788, GEST. 26.SEPTEMBER 1843
MARIA CLEOPHEA BANSA
GEB. SCHMID
GEB. 24. AUG. 1793, GEST. 24. DEC. 1875

 

Familie Bansa


Der Begründer des Frankfurter Zweigs der Familie Bansa ist der Apotheker Matthias Bansa (5),
der aus Westfalen stammte und 1639 Frankfurter Bürger wurde.
Die Bansas waren zunächst meist als Kaufleute in Frankfurt am Main tätig, seit dem Beginn
des 18. Jahrhunderts entwickelten sie sich zu einer bedeutenden Bankiersfamilie, deren
Angehörige viele öffentliche Ämter in Frankfurt am Main bekleideten.


Herausragende Vertreter der Familie Bansa in Frankfurt am Main:


1. Bansa, Maria Cleophea, geb. Schmid. Schriftstellerin.
24.08.1793 Frankfurt am Main, 24.12.1875 Frankfurt am Main,
verheiratet mit dem Kaufmann August Christian Bansa (1792-1855).
Ihre brillanten Briefe wurden von Otto Bansa unter dem Titel
"Ein Lebensbild in Briefen aus der Biedermeierzeit" 1923 veröffentlicht.


2. Bansa, Conrad Adolf. Bankier. Senator.
02. 10. 1788 Frankfurt am Main, 26.09.1843 Frankfurt am Main,
Sohn von Johann Matthias Bansa (1758-1802) und Marie Sophie Bansa, geb. Streiber (6).
Bekleidete zahlreiche öffentliche und städtische Ämter.
Maßgeblich an der Vorbereitung des Eintritts Frankfurts in den preußischen Zollverein
beteiligt. Als Frankfurter Deputierter nahm er an der 1. Deutschen Zollkonferenz
in München und am Münzkongreß in Dresden teil.


3. Bansa , Johann Conrad. Bankier.
18.10.1721, Frankfurt am Main, 01. 04.1800 Frankfurt am Main,
Sohn von Johann Matthias Bansa (4) und Maria Jacobea Bansa, geb. Bayn (1687-1744).
Bekleidete zahlreiche öffentliche Ämter (Senior der Bürgerschaft, Direktor des Bürgerkollegiums der 51er u.a.).
Mitbegründer des Frankfurter Brückenkollegiums.


4. Bansa, Johann Matthias. Bankier.
13.06.1686 Frankfurt am Main, 09.10.1766 Frankfurt am Main
Sohn von Johann Matthias Bansa (1652-1693) und Anna Catharina Bansa, geb. Heimann (1656-1689).
1742 Ratsherr. 1753 Jüngerer Bürgermeister. 1760 Schöffe.
Senior der Frankfurter Niederländischen Gemeinde. Gründete um 1750 die Frankfurter Leibrentenlotterie.


5. Bansa, Matthias. Apotheker und Kaufmann.
08.05.1612 Hausbergen/Stift Minden, 27.4.1674 Frankfurt am Main
Seit 1639 durch Heirat mit Barbara Meinertshagen, geb. Wilhelms (1616-1655), Frankfurter Bürger.
Seit 1641 Pächter der Frankfurter Apotheke "Zum Goldenen Kopf", doch mußte er diese 1658 an den
Sohn des Besitzers abgeben. Seitdem bemühte er sich beim Rat um die Erlaubnis, in Sachsenhausen
eine Apotheke eröffnen zu dürfen, und machte dem Rat das Geschenk eines kostbaren Einhornbechers,
um die Entscheidung günstig zu beeinflussen. Doch wurde ihm die Erlaubnis nicht erteilt.
Daraufhin eröffnete Bansa 1659 im Haus zum "Mohrenkopf" eine Gewürz- und Spezereienhandlung,
in der er im beschränkten Maße auch Medizin (u.a. den Frankfurter Theriak) herstellte.
Er bemühte sich aber weiterhin um die Apothekenzulassung. Bansa hatte zahlreiche städtische Amter inne.
Ehrenämter: Bürgerkapitän im 2. Quartier der Stadt Frankfurt am Main und bürgerlicher Mitpfleger
des Heiliggeisthospitals. Sein Sohn Johann Matthias B. (1652-1693) bemühte sich nach dem Tode
seines Vaters weiterhin um eine Apothekenzulassung beim Rat.
Eine entsprechende Konzession erging jedoch erst 1732, als die B.s längst Bankiers geworden (vgl. 4)
und an einer Apothekenzulassung nicht mehr interessiert waren.


6. Bansa, Marie Sophie, geb. Streiber.
27.08.1762 Eisenach, 03.07.1842 Frankfurt am Main
Ehefrau von Johann Matthias Bansa (1758-1802). Wegen ihres literarischen Interesses und ihrer
schöngeistigen Natur in der Frankfurter Gesellschaft geschätzt.
Befreundet mit Frau Rat Goethe, die ihr das Goethesche Puppentheater schenkte, sowie mit den
Familien Brentano und Willemer sowie mit dem Maler Johann Georg Schütz (1718-1791).
Anmerkung:
Ihre Mutter Marie Sophie Streiber geb. Schmidt (1731-1799) erwiderte die Liebe ihres Vetters Klopstock nicht - Ode an Fanny





Quelle:
Sinngemäß entnommen aus „ Frankfurter Biographie“ – Verlag W. Kramer
08.09.2010: Vielen Dank an Harald Reiß (Allgäu) für Berichtigung zu 6.