Unter nachstehendem Link wurde der darunter stehende Textinhalt im Internet bereit gestellt. http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&id=3385019 Printausgabe der Frankfurter Neuen Presse vom 09.12.2006 ======================================================== Hauptfriedhof: Wertvolle Denkmäler zerstört Frankfurt. Unbekannte Täter haben auf dem Hauptfriedhof gewütet und mit Gewalt eine Reihe von Frankfurts schönsten Gräbern zerstört. Betroffen sind insgesamt 14 Grabstätten im historischen Teil des Friedhofs an der Rat-Beil-Straße, darunter die der Familie Mendelssohn-Bartholdy und die der Bankiersfamilien Grunelis und Bethmann. „Die Täter sind mit brachialer Gewalt vorgegangen“, sagte Polizeisprecher Manfred Feist. Grabkreuze seien umgeworfen und beschädigt worden, kunstvolle Engel- und Christusfiguren zerstört. Die Täter müssen so lange auf die Steinfiguren eingeschlagen und eingetreten haben, bis die Köpfe absprangen. Der Vandalismus betraf ausschließlich Gräber der Gewanne an der Rat-Beil-Straße, die zwischen 1880 und 1914 belegt wurden. Die meisten der Grabstätten stehen unter Denkmalschutz. Laut Polizei müssen die Täter bereits in der Nacht zu Samstag, 2. Dezember, am Werk gewesen sein. Erst am Mittwoch sind die vorerst letzten Schäden offenbar geworden. Dies sagte Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamts. „Wir haben etwa 400 Meter von den zuerst bemerkten Schäden entfernt vier weitere zerstörte Grabstätten entdeckt.“ Auch diese Steinmale seien aber bereits in der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember zerstört worden. „Wir haben Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt“, sagte Heldmann. Unter Umständen könne die Anzeige ausgeweitet werden auf Störung der Totenruhe. Heldmann zufolge ist ein Steinmetz beauftragt worden zu untersuchen, mit welchem Aufwand die Gräber wieder hergestellt werden können. Was geklebt werden kann, soll geklebt werden. „Dann könnten wir mit 500 bis 1000 Euro pro Grabstein hinkommen“, so Heldmann. Doch wahrscheinlich seien die Zerstörungen bei einigen der Figuren so beträchtlich, dass mit Kleben nichts mehr zu retten sei. Dann müsse manche Skulptur wohl neu geschaffen werden. Wer die Schäden bezahlt, hängt vom Einzelfall ab. So gebe es für zwei der Gräber Paten, sagte Heldmann. „Da versuchen wir natürlich entgegenzukommen.“ Bei den anderen Grabstätten gebe es zum Teil noch Nutzungsberechtigte, da es sich um Familiengräber handelt. Diese Familienangehörigen sind jetzt in der Pflicht. Die Täter hätten bei ihrer Vandalismus-Tour ohne weiteres erwischt werden können. Nachts sieht ein Wachdienst auf dem Hauptfriedhof nach dem Rechten. Eine Einsatzgruppe des zwölften Reviers ermittelt jetzt und ist dabei auch auf Zeugenaussagen angewiesen. Wer Hinweise geben kann: Telefon 755 112 80. (tjs)