In einem Zeitungsbericht der Berliner Zeitung war vom 09.02.1998, Lokales, vom Autor: Kai Biermann zu lesen: Der Granitblock ist für viele der einzige Ort der Trauer Zum zweiten Jahrestag der Birgenair-Katastrophe wurde in Schönefeld ein Gedenkstein mit den Namen der Opfer enthüllt. Es war ganz still, als Pfarrerin Dagmar Apel und Pastor Olaf Scharper den schlichten Granitblock enthüllten. In den Stein sind die Namen der 189 Toten graviert, die vor zwei Jahren bei dem Flugzeugabsturz einer Birgenair-Maschine vor der Dominikanischen Republik starben. "Dieser Stein ist eine Mahnung für uns, in einer Zeit großer Gleichgültigkeit sensibel zu sein, für das Leid anderer. Denn es gibt kein fremdes Leid", sagte Pfarrer Rainer Graupner. Für viele Angehörige wird der Stein auch der einzige Ort der Trauer sein, da nur 73 der Absturzopfer geborgen werden konnten. Einige von ihnen sind bis heute nicht identifiziert worden. Vor dem Stein wurde dann die Urne mit der Asche nicht identifizierter Toter beigesetzt. Verwandte und Freunde hielten sich im Arm und weinten. Die Turmuhr schlug eins, als sie Blumen niederlegten. Langsam gingen sie über den aufgeweichten Rasen an dem Stein vorbei. Zwei Frauen stützen einander. "Ich kann das immer noch nicht glauben", sagte eine der beiden. Es war am Sonnabend das zweite Mal, daß sich in der kleinen Feldsteinkirche von Schönefeld Angehörige der Absturzopfer trafen. Fast 200 Menschen nahmen an dem Gedenkgottesdienst zum zweiten Jahrestag der Katastrophe vom 7.Februar 1996 teil. Der Tag war sonnig, in den kahlen Bäumen zwitscherten Vögel. Schweigend bewegte sich der Zug der Trauernden in die Kirche. Der schlichte Raum war erfüllt vom Duft der Blumen. Neben dem Altar leuchteten Kerzen für die Toten. Die einzigen Geräusche kamen von der Empore, wo die Kameras der Journalisten klickten. Viele der Trauernden begrüßten sich still und herzlich. Sie wirkten wie eine große Gemeinschaft, die durch den Unfall zusammengeführt wurde. Um zwölf Uhr läuteten die Glocken der Dorfkirche. Claus Weisner, der Vorsitzende von Echo Deutschland, des Vereins der Betroffenen, bat um eine Schweigeminute: "Erhebt euch und reicht euch die Hände. Laßt uns symbolisch den Kreis schließen zu den Angehörigen in Frankfurt und der Dominikanischen Republik". Zur gleichen Zeit wie in Schönefeld fanden auch dort Gottesdienste statt. Pfarrer Graupner hielt die Gedenkrede, die er mit Versen aus dem Buch "Prediger" einleitete: "Es gibt eine Zeit zu leben und zu sterben, eine Zeit zu weinen und zu lachen". Graupner kritisierte in seiner Predigt auch die Untersuchungsbehörden, die immer noch keinen endgültigen Bericht über die Ursache der Katastrophe vorgelegt hätten. Die beiden Pfarrer und ein Pastor verlasen dann die Namen der Opfer. Es dauerte lange, bis alle 189 Namen genannt waren. Mitten in diese Zeremonie drang das Dröhnen eines Flugzeugs vom nahen Flughafen. Das Lied: "Time to say goodbye" war der Abschluß der stillen Gedenkfeier. Dieser Text ist im Original hier zu lesen: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0209/lokales/0055/