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Denkmalamt |
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Braubachstraße 15 60311 Frankfurt am Main |
Telefon: +49 (0)69 212 36899 Telefon: +49 (0)69 212 36199 |
Telefax: +49 (0)69 212 40539 E-Mail: denkmalamt@stadt-frankfurt.de |
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In der
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Die Leitung des Denkmalpflegeamts in Frankfurt am Main zählt sicher
nicht zu den begehrter Posten. Im Gegenteil: Wenige deutsche Städte haben durch den Krieg so viele Denkmäler verloren, und noch weniger haben nach 1945 so viele weitere abgerissen. Der Raubbau an historischer Substanz hat in dieser Stadt gewissermaßen eine fest Tradition. Andrea Hampel ist Frankfurts neue oberste Denkmalschützerin. Zur Zeit gräbt sie im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen am spätgotischen Karmeliterkloster, dem heutigen archäologischen Museum der Stadt. Der Ort ist ein Kronzeuge für sorglosen Umgang mit Denkmalen - 1944 beschädigt, blieb die herrliche Klosterkirche vierzig Jahre Ruine, ehe sie zu Museumszwecken wieder aufgebaut wurde. Den Klosterbauten wiederum fehlt das schlanke gotische Priorat, ein 1944 ausgebrannter, doch standfester Trakt, der 1950 zugunsten einer Straßenverbreiterung einer schmalen Grünanlage weichen mußte. |
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Andrea Hampel ist fündig geworden; sie und ihre Mitarbeiter sind auf
eine spätmittelalterliche Abfallgrube gestoßen, die schon eine Fülle zum
Teil gut erhaltenen Küchengeschirrs sowie Scherben und Tierknochen
freigegeben hat. All dies wird die Kenntnis über die Lebensumstände der
Mönche des 13. und 14. Jahrhunderts erweitern. Dieser Erfolg steht im
Schatten jener für Frankfurt sensationellen Ausgrabung, mit der Andrea
Hampel bekannt wurde: Neuling damals in der hiesigen Abteilung
Bodendenkmalpflege, fand die promovierte Archäologin 1992 im
Untergrund
des Frankfurter Doms zuvor unbekannte merowingische Vorgängerbauten - und das mit reichen Beigaben und Schmuck ausgestattete Grab eines Mädchen, einer Fürstentochter wahrscheinlich. Dieser Sternstunde folgten weitere Erfolge wie das Auffinden zweier intakter Jupitersäulen der römisch-antiken Stadt Nida im Frankfurter Vorort Heddernheim. Die Mühen das Alltags als Amtsleiterin im denkmalscheuen Frankfurt aber stehen Andrea Hampel am derzeitigen Grabungsort direkt gegenüber: Nur eine schmale Straße trennt das Kloster vom Firmengelände des Degussa-Konzerns, der sich aus diesem Standort zurückzieht. Unter den Bauten, die nun zum Abbruch freigegeben werden, befinden sich |
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etliche hervorragende Beispiele der frühen Wiederaufbaumoderne, dazu ein
1935 entstandener Verwaltungsbau, der mit Travertinverkleidung und einer
markanten Eckfigur eines der besten Beispiele für die seltene Symbiose
von klassischer Moderne und NS-Architektur darstellt. Diesen Bau und
eventuell einige Trakte der Wiederaufbaumoderne abrisswütigen Investoren
und abrissfreudigen städtischen Planern abzuringen, wird die erste harte
Bewährungsprobe für die neue Denkmalschützerin sein. Beileibe aber nicht die letzte. Frankfurts Stadtkern wird in den kommenden Jahren geradezu umgepflügt werden. Andrea Hampel wird den Spaten oft gegen Glacé- und zuweilen auch Boxhandschuhe tauschen müssen. |
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