Zum Schlimmsten, was einem Menschen widerfahren kann, gehört der Tod eines eigenen Kindes. Dies ist dem Autor P. F. Thomese widerfahren, und in "Schattenkind" versucht er auf seine Weise, mit den Mitteln des Schriftstellers, diesen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Thomese ist etwas Außerordentliches gelungen: er beschreibt den unfassbaren Schmerz, ohne je ins Sentimentale abzugleiten. Er schildert seine Empfindungen mit einer inneren Haltung, die sich um Nüchternheit bemüht. Und gerade in der klaren Analyse, in dem Ringen um eine Sprache für eigene Gefühle, zeigt sich das Unbegreifliche des erlittenen Verlusts.