"An der Schwelle des XX. Jahrhunderts schien es, die Engel wären von uns für immer gegangen und alle Spur nach ihnen sei verloren." (Zbigniew Herbert) Dass dem nicht so ist, zeigen die Fotografien von Isolde Ohlbaum, die ein hinreißendes Engel-Buch mit Fotos und Texten für alle Liebhaber dieses rätselhaften Sujets verfasst hat. In diesem Buch findet jeder seinen Engel. Engel, gibt's die? Tausend Jahre haben sich die Gelehrten über das Thema Engel gestritten, bis dann das Vierte Laterankonzil im Jahre 1215 den Streit beendete. Seither gibt es Engel in der sakralen Kunst allerorts, der bildenden und darstellenden, auf Friedhöfen und in Kirchen. Aber immer schon lebten Engel auch in der Vorstellung der Menschen, als Visionen oder als Glaubenserlebnisse. Nun spielt es keine Rolle, ob Sie an Engel glauben oder nicht. Es gibt sie - und Isolde Ohlbaum haben diese rätselhaften Geschöpfe vor allem als Skulpturen fasziniert. Isolde Ohlbaums Bilder zeigen eine hintergründige Ästhetik undlassen beim Betrachten der Fantasie Raum. Die von der Künstlerin ausgewählten Texte internationaler Autoren von Baudelaire bis Max Frisch, regen zum Nachdenken und zur Meditation an. Engel haben auch im 20. Jahrhundert ihre Faszination behalten. Jeder hat seinen Engel oder sucht nach ihm.