Frankfurter Hauptfriedhof:  Statue des "Adam"
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Statue von Georg Kolbe (1877-1947)
Statue von Georg Kolbe (1877-1947)
Statue von Georg Kolbe (1877-1947)

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Die Statue des "Adam" im Frankfurter Hauptfriedhof

Inmitten des Rasenovals am Neuen Portal zwischen der Trauerhalle und dem Verwaltungsgebäude aufgestellt, vermittelt die seit 1997  überlebensgroße Statue des "Adam" - von Georg Kolbe (1877-1947) um 1919 für das Mausoleum des Odol-Fabrikanten Karl August Lingner in Dresden entworfen und 1921, vermutlich im Auftrag von Georg Swarzenski vergrößert in Bronze gegossen und für die Städtische Galerie im Städel erworben - mit inniger Aufwärtsbewegung zwischen der Welt der Lebenden und der Toten.
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Bei der beschriebenen Skulptur handelt es sich um eine Dauerleihgabe des Städelschen Kunstinstitutes und der Städtischen Galerie seit dem Juni 1989. Ursächlich kam wegen Umbau/Erweiterung des Städel Ende 1996 die ca. 3 Meter (mit Sockel 4 Meter) hohe Figur zum Hauptfriedhof. Zeitgleich hatte auch das Berliner Kolbe-Museum Interesse angemeldet. Da das Kunstwerk aber immer in Frankfurt gestanden hatte und ursprünglich für eine Grabstätte gedacht war, kam es zum Hauptfriedhof.
In den Archiven ist zu lesen, daß auch einmal eine Beschwerde (nur eine) im Oberbürgermeister-Amt über die "völlig textilfreie Männerfigur" am Eingang einer "christlichen Begräbnisstätte" eintraf. Die aufklärende Antwort machte deutlich, daß die Skulptur für ein Grabmal gedacht war und selbst katholische Kirchenträger einen Akt auf einem kommunalen Friedhof heutzutage nicht mehr als Sakrileg auffassen.

 
Der Künstler:
Georg Kolbe (1877-1947) Georg Kolbe wurde am 15. April 1877 in Waldheim in Sachsen als Sohn des Malermeisters Emil Kolbe geboren.
Am 20. November 1947 starb Georg Kolbe 70-jährig in Berlin.

Bild links:
Selbstbildnis des Künstlers als Büste

1891 Nach Beendigung der Volksschule Besuch der Kunstgewerbeschule in Dresden.
1895   Übersiedlung nach München, wo er zunächst die Privatschule Hollosy, ein Jahr später die Malschule von Otto Seitz besucht.
1897   Erstes, eigenes Atelier in Schwabing. Im selben Jahr reist er nach Paris, wo er die Akademie Julian besucht. Es werden seine ersten freien Zeichnungen in Berlin ausgestellt.
1898   Es entstehen während eines Aufenthaltes in Deutschland seine ersten großen Ölgemälde. Im November bricht er nach Rom auf, wo er ein eigenes Atelier bezieht.
1900   Wechselt unter dem Einfluß Tuaillons zur Plastik. Erste Begegnungen mit Richard Scheibe, der sich zeitgleich in Rom aufhält.
1902   Heirat und Wohnung in Leipzig.
1904   Mitglied der Berliner Sezession und bald war er einer der ersten Stipendiaten der Villa Romana, Florenz..
1909   Besucht Auguste Rodin in Paris, dessen Werk, neben den Einflüssen Tuaillons, sich prägend auf seine Gestaltungsweise auswirkt.
1918   Verleihung des Professorentitels.
1923   Reist mit Schmidt-Rottluff und Scheibe nach Rom.
1936   Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt am Main.
1943   Eine Kriegerbombe beschädigt sein Berliner Atelier.
1944   Hält sich in Sprottau (Schlesien) auf. Augenerkrankung, die zu zunehmender Erblindung führt.
1946   Wiederaufbau des Atelier-Hauses in Berlin. Mehrere Augenoperationen. Beteiligung an einer Konkurrenz für ein Antifaschisten-Denkmal in Halle an der Saale.
 
Georg Kolbe schuf auch das erste Heinrich-Heine-Denkmal (1913, Frankfurt am Main) gegen massive Proteste konservativer und antisemitischer Kreise. Im April 1933 wurde es vom Sockel gestürzt, beschädigt und vom Städel in Obhut genommen. Unter der Bezeichnung "Frühlingslied von Kolbe" wurde es 1940 vor der "Metallspende des Deutschen Volkes" gerettet. Anläßlich des 150. Geburtstages von Heinrich Heine wurde es 1947 in der Taunusanlage wieder aufgestellt. (Weiter Bilder hier klicken)

Ffm
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Beethoven-Denkmal
Das Beethovendenkmal mit seinen drei Figuren in der Taunusanlage, auf einem Hügel stehend, zählt zu den wichtigsten Werken des Bildhauers Georg Kolbe.
Tragisch, daß durch den Tod des Künstlers 1947, er selbst den fertigen Bronzeguß nie zu Gesicht bekam, weil die Gießerei Noack
in Berlin erst 1948 die Figuren fertigstellten konnte.
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Im Frankfurter Goethe-Museum (Goethe-Haus) steht ebenfalls ein Werk von Georg Kolbe.
Es handelt sich um eine menschengroße Bronzestatue, die der Künstler zwischen 1936 und 1937 fertig stellte. "Mädchenakt" ist auf dem Hinweisschild das Kunstwerk betitelt. In manchen frühen Beschreibungen des Goethehauses wurde die Figur auch als "die Schöne" bezeichnet. Die Bronzestatue wurde erworben, nachdem der Künstler 1936 den Goethepreis erhalten hatte.
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Beethoven-Denkmal
Zu seinen Spätwerken zählt der "Ring der Statuen".
In dem neu geschaffenen Rothschildpark stehen die sieben
überlebensgroßen Figuren:
Junges Weib, Hüterin, Auserwählte, Amazone,
Herabschreitender, Stehender Jüngling und Sinnender
zwischen 14 Pylonen.
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